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Laborstrukturen in WiQQi

Laborstrukturen in WiQQi
Labor, Bürgerlabor und Reallabor bilden die Arbeitsteilung in WiQQi ab. Wenige Personen liefern die Grundlagen - und viele Personen die Evidence.

In WiQQi arbeiten wir nach dem Ansatz von Labor, Bürgerlabor und Reallabor. Dieser Ansatz kann auch als Pareto-Ansatz verstanden werden und hat sich in der Praxis bewährt. Mit anderen Worten erarbeiten wir eine hinreichende Grundstruktur, bevor wir den Kreis der hinzugezogenen Personen erweitern.

Ausgangslage für die Arbeit im Labor ist immer eine konkrete Problem-Ziel-Ressourcen-Konstellation im Einzelfall. Diese Bedarfslage bildet den Maßstab zur Beurteilung der Laborarbeit.

    Was ist das Labor in WiQQi?

    Im Labor werden Lösungen recherchiert, zur (kostenlosen, dauerhaften) Bemusterung angefragt, ausprobiert und medial aufbereitet. Es zielt darauf ab, Implementierungsbarrieren zu reduzieren und Kriterien zu entwickeln.

    Im Labor werden ähnliche und verschiedene Lösungen verglichen. Dabei entsteht eine Wissens- und Erfahrungsgrundlage. Auf dieser Grundlage werden Kriterien formuliert und Konzepte und Methoden entwickelt.
    Das Labor ist eine geschützte Testumgebung. Hier wird der Einsatz von Lösungen simuliert und die Realität vorausgedacht. So können wir gemeinsam die Praxis entlasten. Aufgaben des Labors sind:

    • Einarbeitung: Wir arbeiten uns zentral in Lösungen ein und adaptieren die Lösungen auf den konkreten Einzelfall, den es zu lösen gilt. Wir sammeln also erste Erfahrungen.
    • Perspektivenvielfalt: Die Person, die sich eingearbeitet hat, kann die Lösung (oder Lösungen) andere Personen vorstellen. Diese Personen profitieren von der ersten Erfahrung - und können gleichzeitig ihre Perspektive und ihre Erfahrungen mit einbringen.
    • Reichweite und Grenzen: Ziel des Labors ist es, die Reichweite und Grenzen einer Lösung herauszuarbeiten.
    • Dokumentation: Wir dokumentieren besonders gerne per Video - so lässt sich Wissen leicht teilen.
    • Kriterien: Besonders wichtige Erkenntnisse werden in Form von Kriterien auf den Punkt gebracht und gemeinsam diskutiert.

    Derzeit ist das Labor im WiQQi-Studio stationiert. Perspektivisch gibt es weitere Labor-Standorte, die sich dadurch auszeichnen, dass dort systematisch Fälle bearbeitet und organisiert werden.

    Was ist das Bürgerlabor in WiQQi?

    Im Anschluss an die Laborphase werden die bemusterten Lösungen in eine Kiste gepackt und an kooperierende Standorte gesendet. Fehler und Lücken aus dem Labor werden erkannt und Erkenntnisse bestätigt und vertieft. Das Bürgerlabor zielt darauf ab, systematisch und rasch die Beurteilung von 100 Personen einzuholen.

    Das Bürgerlabor ist die kritische Instanz zum Labor. Es steht für Perspektivenvielfalt und große Fallzahlen in der Fläche. Im Bürgerlabor werden Kriterien und Konzepte auf Verständlichkeit und Lücken geprüft. Fehlende Lösungen werden kooperativ und kollaborativ ergänzt.
    Im Bürgerlabor entsteht Praxis-Evidenz, weil Lösungen nach einer einheitlichen Methode getestet, angewandt und reflektiert werden. Aus der impulsiven Bewertung vor dem Kontext unterschiedlicher Lebenslagen und Biographien lassen sich Kriterien ergänzen und verdichten. In der Praxis zeigt sich, ob die Erfahrungen aus dem Labor auch wirklich gelten. Es zeigt sich, ob die Reichweite und die Grenzen einer Lösung richtig eingeschätzt wurden. Es zeigt sich, wo die Reflexion und die kriterienorientierte Begründung für eine Bedarfsgerechte Lösung treffend war - und wo sie falsch lag oder Lücken offen gelassen hat.

    • Praxisprüfung: Das Bürgerlabor testet Lösungen im konkreten Einzelfall der Ausgangslage.
    • Skalierung: Das Bürgerlabor testet Lösungen auch in weiteren, ähnlich gelagerten Einzelfällen.
    • Evaluation: Die entscheidungsleitenden Kriterien können für Evaluation der Wirksamkeit einer Lösung genutzt werden - falls nicht, kann das Kriterium selbst evaluiert, verbessert, ergänzt oder verdichtet werden.
    • Praxis-Evidence: Das Bürgerlabor sammelt also praktische Erfahrung - und hilft uns, neben Kriterien als Reflexionsinstrument auch Fakten der Bewertung zu schaffen.

    Bürgerlabore bilden ein dichtes Netz um und zwischen den Laborstandorten. Bürgerlabore zeichnen sich dadurch aus, dass sie Lösungen planbar und in kompakter Zeit Lösungen mit einer Gruppe von Menschen testen können. Geeignet sind:

    • (Tages-)Pflegeeinrichtungen, die Tests im Rahmen ihrer Aktivierungs-Angebote umsetzen wollen
    • Pflegebezogene Bildungseinrichtungen (Schulen, Fachhochschulen, Universitäten, etc.)
    • Muster- und Konzepträume (Musterwohnungen, Showrooms, Konzeptwohnungen, etc.)
    • Beratungseinrichtungen und Vereine (Wohnraumberatungen, Senioren-Technik-Botschafter, Pflegevereine, etc.)

    Nehmen Sie bei Interesse gerne Kontakt mit uns.
    Bringen Sie gerne Ihre konkrete Idee mit ein.

    Was ist das Reallabor in WiQQi?

    Im Reallabor wird eine Lösung dauerhaft eingesetzt und kann in Ihrer Langzeitwirkung untersucht werden. Durch die Berücksichtigung ähnlicher Fälle bildet das Reallabor die vielfältige Komplexität des Einzelfalls ab. Es zielt darauf ab, flächige und langzeitbezogene Evidence zu generieren.

    Im Wechselspiel ergänzen sich Labor und Bürgerlabor und werden in der Vision von WiQQi in Reallaboren zusammengeführt. Ziel ist es Lösungen in Realsituationen methodisch kontrolliert und nachvollziehbar zu evaluieren. Dies ermöglicht Wirkungsmessung mit großen Zahlen.

    In Labor und Bürgerlabor können wir uns nicht nur gemeinsam neues Wissen erarbeiten. Indem wir das Wissen z.B. per Social Media teilen, haben wir auch die Chance, von anderen Menschen zu lernen, die schon vertiefte Erfahrung mit einem Problem oder mit einer Lösung haben. In der Vision arbeiten wir in WiQQi so vernetzt, dass wir direkt und schnell umfassende Erfahrung haben, die methodisch kontrolliert und nachvollziehbar erhoben wird, z.B.:

    • Häufigkeit: Wie häufig tritt ein Problem auf?
    • Ausprägung: In welchen Ausprägungen liegt ein Problem vor?
    • Lösungen: Mit welchen Lösungen wird das Problem gelöst?
    • Effekte: Was sind die erwünschten oder unerwünschten Effekte dieser Lösungen?

    Reallabore systematisch zu erreichen ist derzeit noch ein visionärer Teil von WiQQi. Reallabore könnten über die Akteure der häuslichen Pflege, Beratungseinrichtungen oder aus sich selbst heraus über Social Media erreicht werden. Wie alle Aspekte von WiQQi müssen die erwünschten wie auch unerwünschten Effekte dieses Ansatzes ethisch und fachlich (inclusive rechtlicher Dimensionen) reflektiert werden.

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